Grundsteuer nicht bezahlt: welche Folgen drohen
Was passiert, wenn die Grundsteuer nicht bezahlt wird? Die Gemeinde laesst eine offene Forderung nicht einfach liegen. Auf den verpassten Termin folgen Saeumniszuschlag, Mahnung und am Ende die Vollstreckung. Dieser Beitrag zeigt die Eskalationsstufen und wie Sie rechtzeitig gegensteuern, bevor es teuer wird.
Stufe 1: Saeumniszuschlag
Sobald eine Rate nicht zum Faelligkeitstermin gezahlt ist, entsteht ein Saeumniszuschlag. Er betraegt ein Prozent des rueckstaendigen Betrags je angefangenem Monat, wobei der Rueckstand auf den naechsten durch 50 Euro teilbaren Betrag abgerundet wird. Der Zuschlag entsteht automatisch, ohne dass die Gemeinde ihn gesondert ankuendigen muss. Bei kurzfristiger Verspaetung von wenigen Tagen wird er in der Praxis oft nicht erhoben, darauf verlassen sollten Sie sich aber nicht.
Stufe 2: Mahnung und Mahngebuehren
Bleibt die Zahlung weiter aus, schickt die Gemeinde eine Mahnung. Damit verbunden sind in der Regel Mahngebuehren, deren Hoehe sich nach der kommunalen Satzung richtet. Die Mahnung setzt Ihnen eine letzte Frist, die offene Grundsteuer einschliesslich Saeumniszuschlag zu begleichen. Spaetestens jetzt sollten Sie reagieren, denn die naechste Stufe ist deutlich unangenehmer.
Stufe 3: Vollstreckung
Reagieren Sie auf die Mahnung nicht, leitet die Gemeinde die Zwangsvollstreckung ein. Anders als bei privaten Glaeubigern braucht die Gemeinde dafuer keinen Gerichtstitel, sie kann aus dem Bescheid selbst vollstrecken. Vorgeschaltet ist meist eine Vollstreckungsankuendigung, die Ihnen eine letzte kurze Frist setzt. Verstreicht auch diese, sind unter anderem moeglich:
- Kontopfaendung oder Lohn- und Gehaltspfaendung.
- Pfaendung beweglicher Sachen durch den Vollziehungsbeamten.
- In schweren Faellen die Eintragung einer Sicherungshypothek auf das Grundstueck und die Zwangsversteigerung.
Jede dieser Massnahmen verursacht zusaetzliche Kosten, die ebenfalls Sie tragen. Aus einer ueberschaubaren Rate kann so schnell eine erhebliche Belastung werden.
Einspruch ist kein Zahlungsaufschub
Ein verbreiteter Irrtum: Wer Einspruch eingelegt hat, glaubt manchmal, vorerst nicht zahlen zu muessen. Das stimmt nicht. Die Grundsteuer bleibt trotz Einspruch faellig, solange keine Aussetzung der Vollziehung gewaehrt wurde. Halten Sie den Bescheid fuer falsch, pruefen Sie ihn und legen Sie Einspruch ein, zahlen aber zunaechst weiter. Ob Messbetrag und Jahresbetrag stimmen, klaert der Bescheid-Check; wann sich ein Einspruch ueberhaupt lohnt, zeigt Grundsteuer zu hoch: was Sie jetzt tun koennen.
Was Sie tun koennen, wenn das Geld fehlt
Wenn Sie absehen, dass Sie eine Rate nicht zahlen koennen, warten Sie nicht auf die Mahnung. Beantragen Sie fruehzeitig eine Stundung bei der Gemeinde. So vermeiden Sie Saeumniszuschlaege und Vollstreckungskosten und vereinbaren stattdessen einen tragbaren Zahlungsplan. Wie das geht, beschreibt der Beitrag Grundsteuer: Ratenzahlung und Stundung. Eine offene Kommunikation mit der Stadtkasse ist fast immer der guenstigere Weg.
Verjaehrung der Grundsteuer
Festgesetzte Grundsteuer verjaehrt nicht sofort. Fuer die Zahlung gilt eine Verjaehrungsfrist von fuenf Jahren, die durch Mahnung oder Vollstreckungsmassnahmen neu beginnen kann. Darauf zu spekulieren, eine Forderung auszusitzen, ist daher aussichtslos und nur teurer. Sinnvoller ist es, einen falschen Bescheid rechtzeitig anzufechten und eine berechtigte Forderung geordnet zu begleichen. Die anfallenden Saeumniszuschlaege und Vollstreckungskosten kommen zur eigentlichen Steuer hinzu und werden nicht erlassen, nur weil Sie spaeter zahlen. Wer absehbar in Zahlungsschwierigkeiten geraet, sollte daher fruehzeitig das Gespraech mit der Stadtkasse suchen, statt die Eskalation laufen zu lassen.
Haeufige Fragen
Was passiert, wenn ich die Grundsteuer nicht zahle?
Zuerst faellt ein Saeumniszuschlag von einem Prozent je Monat an, dann folgt eine Mahnung mit Gebuehren und schliesslich die Zwangsvollstreckung mit weiteren Kosten.
Wie hoch ist der Saeumniszuschlag bei der Grundsteuer?
Ein Prozent des auf 50 Euro abgerundeten Rueckstands je angefangenem Monat. Er entsteht automatisch ab dem Tag nach der Faelligkeit.
Kann die Gemeinde mein Haus versteigern lassen?
Im aeussersten Fall ja. Bei dauerhaftem Verzug kann die Gemeinde eine Sicherungshypothek eintragen und die Zwangsversteigerung betreiben. Soweit kommt es aber nur selten und erst nach mehreren Mahnstufen.
Werte aus dem Bescheid eintragen, Messbetrag und Jahresbetrag nachrechnen lassen und einen passenden Einspruch erzeugen.
Zum Bescheid-CheckPassende Ratgeber
Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Bescheide von Finanzamt und Gemeinde. Im Zweifel wenden Sie sich an Ihr Finanzamt, Ihre Gemeinde oder einen Steuerberater.