Warum die Grundsteuer 2025 oft gestiegen ist

Aktualisiert am 19.07.2026 · Kontext

Viele Eigentuemer haben fuer 2025 einen deutlich hoeheren Grundsteuerbescheid erhalten als in den Jahren zuvor. Das hat mehrere Gruende, die zusammenwirken: die Grundsteuerreform mit einer komplett neuen Bewertung und die Hebesaetze der Gemeinden, die mancherorts angepasst wurden. Dieser Beitrag erklaert, warum die Grundsteuer 2025 oft gestiegen ist und was Sie tun koennen, wenn Ihr Bescheid hoch ausfaellt.

Auf den Punkt: Die Grundsteuer ist 2025 vor allem wegen der Reform gestiegen: Grundstuecke werden neu und nach aktuelleren Werten bewertet, was viele Messbetraege erhoeht hat. Hinzu kommen kommunale Hebesaetze, die nicht ueberall aufkommensneutral angepasst wurden. Eine hoehere Steuer ist aber nur dann ein Fehler, wenn die zugrunde liegenden Angaben falsch sind.

Die Reform als Hauptgrund

Die alten Einheitswerte stammten aus den Jahren 1964 im Westen und 1935 im Osten und waren damit voellig veraltet. Das Bundesverfassungsgericht verlangte eine Neubewertung. Seit 2025 wird die Grundsteuer deshalb auf Basis neuer Grundsteuerwerte berechnet. Da sich die Immobilienwerte ueber Jahrzehnte stark verschoben haben, fuehrt die Neubewertung bei vielen Grundstuecken zu hoeheren Werten und damit zu einem hoeheren Messbetrag.

Die zwei Schritte der Berechnung

Die Grundsteuer entsteht in zwei Schritten, und beide koennen die Hoehe treiben:

  • Schritt 1, Finanzamt: Aus dem Grundsteuerwert ergibt sich ueber die Steuermesszahl der Grundsteuermessbetrag.
  • Schritt 2, Gemeinde: Der Messbetrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert und ergibt den Jahresbetrag.

Im Bundesmodell betraegt die Steuermesszahl 0,31 Promille fuer Wohnen und 0,34 Promille fuer Nichtwohnen. Ein Beispiel: 180.000 Euro Grundsteuerwert ergeben mit 0,31 Promille einen Messbetrag von 55,80 Euro. Bei einem Hebesatz von 535 Prozent sind das 298,53 Euro Jahresbetrag. Ist einer der Faktoren hoeher als zuvor, steigt der Betrag.

Die Rolle der Hebesaetze

Der Hebesatz wird von jeder Gemeinde selbst festgelegt und variiert stark. Die Reform sollte aufkommensneutral sein, das heisst, die Gemeinden sollten ihre Hebesaetze so anpassen, dass das Gesamtaufkommen gleich bleibt. Das ist aber nicht ueberall geschehen. Wo eine Gemeinde ihren Hebesatz hoeher ansetzt als der aufkommensneutrale Wert, steigt die Belastung zusaetzlich, unabhaengig von der Neubewertung. Den genauen Hebesatz finden Sie in Ihrem Bescheid und auf der Seite Ihrer Gemeinde.

Verschiebungen zwischen den Grundstuecken

Selbst bei aufkommensneutraler Umsetzung zahlen nicht alle gleich. Die Reform verschiebt die Last zwischen Grundstuecksarten und Lagen: Manche zahlen weniger, andere mehr. Wer ein Grundstueck in einer Lage mit stark gestiegenen Werten besitzt, traegt tendenziell einen groesseren Anteil als zuvor. Das ist gewollt und kein Fehler, kann den eigenen Bescheid aber spuerbar erhoehen.

Wann ein hoher Bescheid trotzdem korrekt ist

Ein hoher Betrag bedeutet nicht automatisch, dass etwas falsch ist. Auch der Bundesfinanzhof hat das Bundesmodell im Dezember 2025 grundsaetzlich gebilligt, sodass ein Einspruch nur wegen der Hoehe oder wegen Verfassungszweifeln nicht weiterhilft. Ein Einspruch lohnt nur bei einem konkreten Fehler. Pruefen Sie deshalb die Angaben:

  • Stimmen Wohn- und Grundstuecksflaeche mit Ihren Unterlagen ueberein?
  • Ist die Gebaeude- oder Nutzungsart richtig eingestuft?
  • Passt der angesetzte Bodenrichtwert zur Lage?
  • Ergibt Messbetrag mal Hebesatz den ausgewiesenen Jahresbetrag?

Den letzten Punkt rechnet der Bescheid-Check automatisch nach und macht Abweichungen sichtbar.

Was Sie konkret tun koennen

Gleichen Sie zuerst die Eingangsdaten ab und rechnen Sie die beiden Schritte nach. Finden Sie einen Fehler bei Wert oder Messbetrag, richtet sich der Einspruch ans Finanzamt; ist nur der Jahresbetrag der Gemeinde falsch, an die Gemeinde. Welche Schritte sinnvoll sind und wann sich der Aufwand lohnt, behandelt der Beitrag Grundsteuer zu hoch. Wie ein Einspruch aufgebaut wird, zeigt Grundsteuer-Einspruch einlegen.

Haeufige Fragen

Warum ist meine Grundsteuer 2025 hoeher als frueher?

Meist liegt es an der Reform, die Grundstuecke nach aktuelleren Werten neu bewertet, und an kommunalen Hebesaetzen, die nicht ueberall aufkommensneutral angepasst wurden. Beides zusammen kann den Jahresbetrag spuerbar erhoehen.

Kann ich gegen die hoehere Grundsteuer Einspruch einlegen?

Nur bei einem konkreten Fehler im Bescheid, etwa einer falschen Flaeche oder einem Rechenfehler. Allein die Hoehe oder allgemeine Verfassungszweifel tragen nach dem BFH-Beschluss von Dezember 2025 keinen erfolgreichen Einspruch.

Was ist ein aufkommensneutraler Hebesatz?

Das ist der Hebesatz, bei dem die Gemeinde nach der Reform insgesamt genauso viel einnimmt wie vorher. Liegt der tatsaechliche Hebesatz darueber, steigt die Belastung zusaetzlich zur Neubewertung.

Pruefen Sie Ihren Bescheid in zwei Minuten

Werte aus dem Bescheid eintragen, Messbetrag und Jahresbetrag nachrechnen lassen und einen passenden Einspruch erzeugen.

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Passende Ratgeber

Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Bescheide von Finanzamt und Gemeinde. Im Zweifel wenden Sie sich an Ihr Finanzamt, Ihre Gemeinde oder einen Steuerberater.